Traumland für Technikfreunde
Tausende Besucher beim 125-jährigen Jubiläum der Feuerwehr und dem Bahnhofsfest in Rheinsberg

RHEINSBERG. Wer sich für moderne Feuerwehrtechnik oder historische Eisenbahnen interessiert, konnte am Wochenende in Rheinsberg gleich beides bestaunen. Tausende Besucher nahmen diese Gelegenheit wahr und bevölkerten die Innenstadt und den Bahnhof.
Die Besucher auf Gleis 1 schauten am Sonnabendnachmittag ungeduldig und erwartungsvoll in die Ferne. Ein Leierkastenspieler unterhielt sie dabei. Und als gerade das Lied "Hoch auf dem gelben Wagen" verklungen war, stieg der weiße Rauch des heiß erwarteten Dampfzuges am Horizont auf. Ein lautes Tuten kurz vor dem Bahnhof und schon hielt der Sonderzug aus Berlin-Spandau am Bahnsteig. Aus den Düsen der 56 Jahre alten Dampflok zischte noch Wasserdampf, während die Passagiere schon ausstiegen. "Tschüss bis zum nächsten Mal", verabschiedete ein kleiner Junge den schwarzen Stahlkoloss und verließ mit seinen Eltern den Bahnhof. So schön die rekonstruierte Dampflok mit dem vielsagenden Namen 52 8029-2 auch anzuschauen war, die angehängten Passagierwagen waren es nicht. Teilweise mit Grafitti besprüht, zerstörten die Wagen aus alten DDR-Beständen das anmutige Bild. "Ich bin extra aus Kleinzerlang hergekommen, um diesen Dampfzug zu sehen und dann sowas", beschwerte sich Dagmar Ettlingen. Den Besuchern des Rheinsberger Bahnhofsfestes wurden neben dem Eintreffen des Sonderzuges aber noch weitere Höhepunkte geboten. In den alten Lokhallen konnten die Gäste historische Eisenbahntechnik bestaunen. Im Güterschuppen neben dem Bahnhofsgebäude war die Modellanlage "Rheinsberger Bahnhof" aufgebaut, die unter anderem auch die Strecke von Löwenberg nach Rheinsberg darstellte. Auf einer 80 Jahre alten Draisine mühten sich Familien ab und preschten die Schienen entlang. Eine Oldtimerschau, eine weitere in der Rekonstruktion befindliche Kleinrangierlok, ein paar Schaubuden und ein Karussell lockten weitere Gäste an. Mit dem "Schienenbus" der "Prignitz-Bahn" wurden Pendelfahrten zum Stechlinsee-Bahnhof angeboten. Am Sonntag erreichte dann ein weiterer Sonderzug aus Berlin-Lichtenberg den Bahnhof.
PETER SCHWIERZ
(MAZ (Ruppiner Tageblatt), 2000-09-04)

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