Anschlussbahn zum Kernkraftwerk Rheinsberg


298 080 im Werkbahnhof Stechlinsee (Foto: Martin)
Mitte der 50er Jahre entstand bei der DDR-Regierung der Plan zum Bau des 1. KKW des Landes
Die Entscheidung fiel auf das Gebiet um den Stechlinsee,
1. wegen der geringen Besiedelung (keine Wohnsiedlung im Umkreis von 3 km),
2. wegen der zur Verfügung stehenden Kühlwassermenge und
3. wegen fehlender Kohlevorkommen in der Gegend.
1957 war Baubeginn für das Werk und die dorthin führende Anschlußbahn.
Im Zuge des Bauvorhabens entstanden im Bahnhof Rheinsberg das Stellwerk B1, 2 Einfahrsignale und eine Schrankenanlage.
Im kleinen Ortsteil Beerenbusch wurde ein Haltepunkt eingerichtet.
Der reguläre Bahnbetrieb auf der 10 km langen Strecke begann am 19. Mai 1958.
Die Höchstgeschwindigkeit betrug nur 40 km/h.
Für den Werkverkehr wurden 6 Personenwagen und 1 Dampflok angemietet.
1962 bestanden im Werkgelände: 3.410 m Gleis, 10 Handweichen, 5 Prellböcke, 3 Gleissperren und es gehörte 1 Diesellok zum Werk.
Täglich verkehrten 7 Personenzugpaare und 2 GmP-Paare. Dafür kamen eine Lok der Baureihe 74 mit 7 Behelfspersonenwagen MCi zum Einsatz und für Güterzüge eine 52er.

Abtransport des Reaktordruckbehälters, 2007
1966 begann das KKW mit der Stromerzeugung (70 MW). Das Rheinsberger Werk diente aber vor allem der Ausbildung von Fachkräften für das KKW Greifswald.
Ab Mitte der 70er Jahre wurden im Werkverkehr 2-, 3- und 4-achsige Personenwagen Bghw eingesetzt.
1970 kam das Ende der Dampftraktion in Rheinsberg und die Umstellung auf die Diesel-Baureihe 110 (heute 210).
1990 wurde das KKW drei Jahre früher als geplant abgeschaltet. Seitdem läuft der Rückbau, der bis ca. 2010 abgeschlossen sein soll.
Der letzte Personenzug fuhr 1996. Seit 1999 finden gelegentlich, vor allem beim jährlichen Rheinsberger Bahnhofsfest, Sonderfahrten mit Triebwagen statt.
Vom 16.5. bis 23.6.2005 wurde der Personenverkehr wiederaufgenommen, da in Menz die Straße zum KKW gesperrt war. Die Fahrten wurden von der Prignitzer Eisenbahn mit einem Triebwagen MAK-GDT durchgeführt.
Den ehemaligen Atomtransportwagen des KKW kann man im Bahnhof Rheinsberg besichtigen.

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