Bahn frei für Fans
Die 15. Auflage des Bahnhofsfestes lockte am Wochenende hunderte Besucher nach Rheinsberg

RHEINSBERG. Das Rheinberger Bahnhofsfest hat auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Fans alter Eisenbahntechnik auf das Gelände am Ortsausgang in Richtung Köpernitz gelockt. Sowohl am Sonnabend als auch gestern nutzten zahlreiche Besucher die Gelegenheit, sich die Sammlung der Arbeitsgemeinschaft Rheinsberger Bahnhof, die Triebfahrzeuge und die Exponate zur Geschichte der Rheinsberger Eisenbahn anzuschauen. Ein Blick in den ehemaligen Lokschuppen, in dem der Verein seine besonderen Schätze aufbewahrt, war erneut ein Muss für Technikfans.
Eröffnet wurde das Spektakel, das zum 15. Mal von den rund 30 Vereinsmitgliedern organisiert worden war, mit Musik. Das schwedische Orchester „Höganäs Musikkar" spielte am Sonnabend Märsche und andere Melodien; die Gruppe „Country Büffet", die Blaskapelle aus Rheinsberg sowie „Eric & Markus" schlossen sich an.
Der Renner waren wieder die beliebten Sonderfahrten zum Bahnhof Stechlinsee mit einem Triebwagen der Hafenbahn Neustrelitz. Das Museumsfahrzeug, zu DDR-Zeiten auch Ferkeltaxe genannt, fuhr an beiden Tagen zu jeder vollen Stunde durch den Naturpark Stechün-Ruppiner Land zum stillgelegten Kernkraftwerk und wieder zurück.
Eine Attraktion des Festes war zudem die Modelleisenbahnausstellung in einer Halle der ehemaligen Berlin-Chemie. Dort stellte die Ruppiner Eisenbahn- und Modellbahnarbeitsgemeinschaft aus Berlin-Hellersdorf ihre sieben mal 22 Meter große H0-Modellbahnanlage aus. In akribischer und jahrelanger Kleinarbeit haben die Bastler die Bahnstrecke von Löwenberg bis Rheinsberg im Maßstab 1:87 nachgebaut. Die Festbesucher bestaunten vor allem die Detailtreue des Werkes: Einzelne Gehöfte, Schuppen, Brücken und die unverkennbare Landschaft lassen die Anlage besonders authentisch wirken.
Zum Programm des Bahnhofsfestes gehörte darüber hinaus eine Löschvorführung der örtlichen Feuerwehr. Wer wollte, konnte sich mit einem Hubsteiger in die Höhe befördern lassen und das Bahnhofsgelände und die Stadt aus der Vogelperspektive betrachten. Beliebt waren auch die Fahrten mit der Handhebel-Draisine. Die jüngsten Festgäste freuten sich über eine Mini-Dampfeisenbahn, eine Hüpfburg und ein Kinderkarussell. Hans Lipowski servierte Erbsensuppe aus der Gulaschkanone, die Frauen der Vereinsmitglieder hatten Kuchen gebacken. An Ständen mit Literatur, Trödel und Modellbahnbedarf konnten die Besucher schmökern, staunen und kaufen.
Gottfried Koch, der am Wochenende den erkrankten Vereinsvorsitzenden Udo Balkenburger vertrat, war mit der Resonanz zufrieden. Besonders stolz verwiesen die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft auf das neue Dach über dem U-Bahnwagen (die MAZ berichtete). „Jetzt können wir auch an einen neuen Farbanstrich denken" , sagte Koch. Zu den neuen Errungenschaften des Bahnhofsvereins gehört auch eine neu entwickelte und gesponserte Tafel über die Geschichte der Werksbahn. Sie ist im Lokschuppen zu sehen.
Jürgen Rammelt
(MAZ, 2013-09-02)

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