Eisenbahner aus Leidenschaft
Lokschuppen dient als Vereinssitz

RHEINSBERG. "Eisenbahner bin ich von der Pike auf", erklärt Udo Blankenburger. Der Rheinsberger kann sich keinen schöneren Beruf vorstellen. Deshalb gab es für ihn auch keine Frage, Mitglied im Verein Arbeitsgemeinschaft Rheinsberger Bahnhof zu werden. Seit August 2001 ist er dessen 1. Vorsitzender. Udo Blankenburger trat die Nachfolge von Volkmar Hilbert an, der nach schwerer Krankheit im Frühsommer 2001 verstarb. "Er hat den Verein aufgebaut. Ihm haben wir sehr viel zu verdanken", ist Blankenburger seinem Vorgänger dankbar. "Eigentlich stamme ich aus der Gegend von Friedland", erklärt der gelernte Fahrzeugschlosser. Seine Berufsausbildung erhielt er im Reichsbahnausbesserungswerk (RAW) Eberswalde. Später arbeitete er im Betriebswagenwerk Neustrelitz. Nach Rheinsberg kam er 1982 durch seine heutige Ehefrau. Sie war Rheinsbergerin und wollte aus der Stadt nicht wegziehen. Weil der tägliche Weg zur Arbeit mit der Zeit zu weit wurde, setzte sich Udo Blankenburger noch einmal auf die Schulbank. Als zweiten Beruf erwarb er den Facharbeiterbrief als Betriebs- und Verkehrsdienstleiter der Deutschen Reichsbahn. Von 1984 an bis 1990 war Udo Blankenburger dann in Rheinsberg beschäftigt. Unter anderem war der Eisenbahner als Zugführer auf den Strecken von Rheinsberg nach Neuruppin oder Löwenberg unterwegs. "Auch die Strecke vom Rheinsberger Bahnhof bis zum Kernkraftwerk kenne ich wie meine Westentasche", erklärt der Eisenbahner.
Seit die Züge zum stillgelegten Kernkraftwerk nicht mehr fahren, ist es auf dem Rheinsberger Bahnhof relativ ruhig geworden. Der Eisenbahn ist Udo Blankenburg dennoch erhalten geblieben. Als Kundenbetreuer im Nahverkehr (KIN) begleitet er die Fahrgäste auf den Strecken Rheinsherg-Berlin, Wittstock-Berlin und Wittstock-Wittenberge.
Jürgen Rammelt
(MAZ (Ruppiner Tageblatt), 2001-10-04)

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