Ein Fest für die Fans alter Technik
Die 16. Auflage des Bahnhofsfestes lockte am Wochenende hunderte Besucher nach Rheinsberg

Rheinsberg. „Ohne die zahlreichen Helfer und Familienangehörigen ist so ein Fest nicht möglich", erklärt Udo Blankenburger. Der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft RheinsbergerBahnhof freute sich, das auch die 16. Auflage des Bahnhofsfestes in diesem Jahr erneut zahlreiche Fans alter Eisenbahntechnik auf das der Arbeitsgemeinschaft gehörende Gelände am Bahnhof von Rheinsberg gelockt hat. Sowohl am Sonnabend als auch am Sonntag nutzten viele Besucher die Möglichkeit, sich die Sammlung der Arbeitsgemeinschaft Rheinsberger Bahnhof, sowie die Fahrzeuge und Exponate zur Geschichte der Eisenbahn anzuschauen. Ein Blick in den ehemaligen Lokschuppen, in dem der Verein seine besonderen Schätze aufbewahrt, war ein unbedingtes Muss für die Technikfans. Eröffnet wurde das Fest, das wieder von den rund 30 Vereinsmitgliedern und etlichen Helfernorganisiert wurde, mit Musik. Das „Göteborgspolisens Musikkar", ein Orchester aus Schweden, das am Wochenende auch beim Blasmusikfest in Wittstock zu Gast weilte, spielte zum Auftakt Märsche und andere Titel. Dabei erwies sich Stina Klintbom als stimmgewaltigeSängerin, die mit Songs der Gruppe Abba und anderen Hits dem Konzert eine besondere Notegab. Aber die Musiker waren nicht die einzigen ausländischen Gäste. Mit Norbert Gilles war auch ein Vereinsmitglied aus Belgien, wo es einst die Vennbahn gab, nach Rheinsberg gekommen.
Beliebt waren wieder die beliebten Sonderfahrten zum Bahnhof Stechlinsee mit einem dieselgetriebenen Triebwagen, einer Westvariante der Ferkeltaxe, die zu DDR-Zeiten auf der Strecke verkehrte. Das 60 Jahre alte Fahrzeug wurde von Ralf Ludwig von den Berliner Eisenbahnfreunden gefahren und fuhr an beiden Tagen mehrfach durch den Naturpark Stechlin zum stillgelegten Kernkraftwerk und wieder zurück.Wer keine Angst hatte, konnte sich mit einem Hubsteiger in die Höhe befördern lassen und das Bahnhofsgelände sowie die Stadt aus der Vogelperspektive betrachten. Beliebt waren auch die Fahrten mit der Draisine. Die jüngsten Festgäste freuten sich über eine Mini-Dampfeisenbahn, der siebenfachen Verkleinerung einer Feldbahnlok, die mit Anthrazit als Brennstoff funktioniert.
Außerdem gab es eine Bungee-Anlage und Aquasorbing, große begehbare Kugeln aus durchsichtigen Kunststoff, die in einem Wasserbecken schwammen. Wie immer hatten die Frauen aus dem Verein leckeren Kuchen gebacken, der reisend Absatz fand. Wer es deftiger wollte, konnte sich die Erbsensuppe aus der Gulaschkanone schmecken lassen oder sich eine Bratwurst oder Bulette vom Grill genehmigen. Es gab Stände mit Mitropa-Geschirr, Modellbahnbedarf und allerlei Trödel sowie Lektüre über die Eisenbahn.Besonders erfreut zeigte sich Udo Blankenburger über die neuesten Exponate seines Vereins, eine Stammaktie der Eisenbahn, eine aus Holzleisten geklebte Bahnschwelle, ein elektrisches Schienenbohrgerät und einen Notstromaggregat russischer Bauart, wie es bei der Bahn verwendet wurde.
Ein viel beachtetes Objekt des Vereins ist nach wie vor der U-Bahn-Wagen, der inzwischen ein Dach mit Bahnsteigstützen vom ehemaligen Berliner Ostbahnhof erhalten hat und jetzt auf einen neuen Anstrich wartet. Aber auch drei Polizisten in stillechter Uniform der einstigen Transportpolizei sowie die Gruppe „Country Büfett", das Rheinsberger Blasorchester und die Band „Qietschfidel" ließen auf dem Bahnhofsfest keine Langeweile aufkommen.
Jürgen Rammelt
(MAZ, 2014-09-01)

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