Das große Ziel fast erreicht
Rheinsberg: Lokschuppenkauf perfekt

Schon seit Jahren will die Arbeitsgemeinschaft Rheinsberger Bahnhof e.V. (AG) den Lokschuppen auf dem Bahnhofsgelände kaufen. Auch an etwa der Hälfte der Gleisanlagen ist sie interessiert. In Kürze soll der Vertrag mit Deutsche Bahn-Immobilien unterzeichnet werden. Der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft, Udo Blankenburger, freut sich sehr: "Wir werden dann endlich Planungssicherheit für unseren Verein haben." Den alten Lokschuppen hat die AG zum Eisenbahnmuseum entwickelt. Zu sehen sind dort neben betagten Loks auch Wagen, ebenso Teile von Stellwerken, Signaleinrichtungen und vieles andere mehr. Zeit, Engagement und Mühe investierten die Bahnfans. Bei alledem war ungewiss, ob der nur gepachtete Schuppen dauerhaft genutzt werden kann. Die Preis Vorstellungen der Deutschen Bahn-AG waren zunächst derart hoch, dass die bisher ganz ohne Fördergelder arbeitenden Bahnfreunde keine Chance sahen, das Gebäude und die dazugehörigen Gleisanlagen jemals erwerben zu können. Blankenburger geht nun davon aus: „Wir haben endlich ein Angebot erhalten, das uns zusagt." Er geht davon aus, dass ein Besuch von Bahnchef Hartmut Mehdorn beim Verein im Jahr 2000 mit ziemlicher Verspätung nun doch noch zur ansprechenden Offerte führt. Kaufen wird die AG außer dem Lokschuppen den nördlichen Teil der Gleisanlagen. Der südliche, noch für den Zugverkehr genutzte Teil bleibt im Besitz der Bahn. Am eigentlichen Bahnhofsgebäude hat der Verein kein Interesse. Die Bahn-AG bemüht sich bereits seit einigen Jahren, es zu verkaufen. Zwischenzeitlich hatte es bereits einen neuen Eigentümer gegeben, der aber in Insolvenz ging. Neues Ziel der Bahn-Immobilientochter ist es, für den typischen Kleinstadtbahnhof 2006 einen Käufer zu finden. Das Gebäude kann auch zweckentfremdet, zum Beispiel als Wohnung, genutzt werden. Die Rheinsberger AG will sich nach dem Kauf von Schuppen und Gleisen um Fördermittel bemühen. So könnte das Museum womöglich deutlich erweitert werden. Die Chancen, öffentliche Mittel zu erhalten, erhöhen sich nach Ansicht von Blankenburger mit dem Kauf deutlich. Doch müsse zunächst noch beraten werden, ob die Mitglieder das wollen. Am Sonnabend wird der als „Der Rheinsberger" bekannte Ausflugszug von und nach Berlin-Lichtenberg mit einer Dampflok bespannt. Der Zug fährt in Berlin-Lichtenberg bereits um 7.35 Uhr statt um 7.57 Uhr ab und erreicht Rheinsberg voraussichtlich um 9.32 Uhr. Zurück geht es vom Rheinsberger Bahnhof aus um 17.18 Uhr. Der Zug kommt im Zielbahnhof erst um 19.47 Uhr statt um 18.59 Uhr an. Finanziert wurde die Fahrt - wie schon oft - durch die Berliner Dampflokfreunde. Die AG lädt an jenem Sonnabend alle Interessierten ein, ihr Eisenbahnmuseum im Lokschuppen auf dem Bahnhofsgelände zu besichtigen. Es ist von 10 bis 17 Uhr geöffnet.
Jürgen Rammelt
(Märker, 2005-12-17)

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