Hafenbahn statt Dampflok
Rheinsberger Verein zeigte seine gesammelten Schätze

RHEINSBERG. Für alle Fans der Bahn gab es am vergangenen Wochenende wieder das alljährliche Bahnhofsfest. Trotz des. nicht gerade so guten Wetters kamen zahlreiche Besucher, um sich auf dem achten Fest der Arbeitsgemeinschaft Rheinsberger Bahnhof umzusehen, sich zu informieren oder um einfach Spaß zu haben. An diversen Ständen konnte sogar mancher Eisenbahninteressierte ein Schnäppchen für seine Modelleisenbahn machen.
"Weil die Dampflok aus Berlin dieses Jahr aufgrund einer maroden Brücke in Lindow nicht wie in der Vergangenheit zum Bahnhofsfest kommen konnte, fehlen uns mindestens 100 Besucher", beklagte sich Udo Blankenburger, einer der beiden Vereinsvorsitzenden. Blankenburger und einige Gäste nahmen die Veranstaltung zum Anlass, um sich gegen die geplanten Veränderungen im Streckennetz der Bahn und einem eventuellen Wegfall der Bahnverbindung von und nach Rheinsberg zu äußern.
"Es ist schade, dass immer an den falschen Stellen gespart wird, wo es doch immer einige gibt, die auf die Bahn angewiesen sind", sagte Ernst Pietschmann aus Perleberg. Für Blankenburger ist es unverständlich, warum speziell dieser Verbindung eine eventuelle Schließung bevorsteht. Erst vor wenigen Tagen waren zum Beispiel viele Pfadfinder mit der Bahn zum diesjährigen Treffen in Großzerlang nach Rheinsberg gekommen. Aus diesem Grund konnten sich die Besucher auch an einer Unterschriftensammlung beteiligen. Trotz allem ließen sich die Gäste den Spaß nicht nehmen und unternahmen Fahrten mit der Hebel- oder der Fahrraddraisine. Und als schönen Ausgleich zur Dampflok war eine so genannte Ferkeltaxe der Neustrelitzer Hafenbahn angereist, mit der man stündlich einen Ausflug zum Bahnhof Stechlinsee machen konnte.
In der Ausstellung des Vereins, bei der es sich um eine der größten Kleinteileausstellungen des Landes handelt, konnte sich jeder ein Bild davon machen, wie früher Bahnschienen verlegt wurden, oder auch historische Eisenbahneruniformen bewundern. Die Dienstkleidung konnte zum ersten Mal in dieser Form präsentiert werden, da es dem Verein bisher an Schaufensterpuppen mangelte. „Wir sind immer noch auf der Suche nach Figuren, um weitere Uniformen ausstellen zu können", so Blankenburger.
Die einmalige Gelegenheit, ein Loch in eine Schiene zu bohren, ließen sich viele Besucher nicht entgehen. So gab es die Möglichkeit, sich mit einer motorisierten oder einer handbetriebenen Bohrmaschine einmal wie ein Bahnarbeiter zu fühlen.
Im Gebäude der Berlin-Chemie war eine Fotoausstellung des Bahnsozialwerkes Neuruppin zu sehen. Sie zeigte diverse Bilddokumente aus alter und neuerer Zeit der Bahngeschichte.
Robert Bartel
(MAZ, 2006-08-28)

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