Viele Gründe zum Feiern
Bahnhofsverein besteht zehn Jahre

RHEINSBERG. Udo Blankenburger hätte nicht gedacht, wie schnell die Zeit vergehen kann. Trotzdem hat sich der 1. Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft "Rheinsberger Bahnhof" gefreut, wie viele Gäste am Sonntag zum zehnjährigen Bestehen des Vereins gekommen waren. Neben Bürgermeister Manfred Richter konnte Blankenburger den Rheinsberger Ehrenbürger Jürgen Graf, zahlreiche Mitglieder von befreundeten Vereinen sowie weitere Förderer begrüßen. Die kleine Feier fand auf dem Platz neben dem U-Bahn-Wagen statt, den die Rheinsberger Dank der Unterstützung von Jürgen Graf von der Mercedes-Niederlassung Berlin geschenkt bekommen hatten.
In seiner Festansprache ging der Vorsitzende auf die wechselvolle Geschichte des Vereins ein, der inzwischen über die Grenzen der Stadt hinaus Bekanntheit erlangt hat. "Als wir vor zehn Jahren die Gründungsveranstaltung abhielten, wusste eigentlich noch niemand, wo uns der Weg hinführen wird", sagte Blankenburger. Dabei erinnerte der Rheinsberger Eisenbahner an Christian Carstens und Volkmar Hilbert, denen die Initiative für die Vereinsgründung zu verdanken sei.
Als Ziel hatten sich die Eisenbahner vor allem die Erhaltung der Bahnstrecke Löwenberg-Rheinsberg gestellt, deren 100-iähriges Bestehen unmittelbar bevorstand. Aber auch den Bahnhof, der mit seinem Lokschuppen, Wasserkran, Stellwerk, Kohlebunker und Bahnhofsgebäude ein tolles Ensemble bildete, galt es zu erhalten.
Dies ist dem Verein im Wesentlichen gelungen. Heute kann die Arbeitsgemeinschaft, der nicht nur Eisenbahner angehören, eine erfolgreiche Bilanz vorweisen. So wird am 1. und 2. September 2007 das bereits 9. Bahnhofsfest ausgerichtet, das jedes Jahr einige hundert Eisenbahnfreunde nach Rheinsberg lockt.
Aber auch die Sammlung des Vereins kann sich sehen lassen. Kontinuierlich wurden seit 1997 Eisenbahngeräte und -fahrzeuge angeschafft und restauriert. Zu den Prunkstücken gehört neben einer Kleinlok, der Castortransportwagen, aber auch ein Schienenkleinfahrzeug sowie Werkstatt- und Bauwagen.
Doch damit nicht genug: In beharrlichen Verhandlungen mit Vertretern der Bahn ist es gelungen, wesentliche Teile des Bahnhofs, wozu auch Gleisanlagen gehören, zu erwerben. Selbst mit Bahnchef Hartmut Mehdorn haben die Rheinsberger verhandelt, um Teile des Bahnhofes erwerben zu können. Udo Blankenburger nutzte am Sonntag die Gelegenheit, um allen Beteiligten Dank zu sagen. Für die besondere Unterstützung wurde Michael Schönherr, der Leiter des Rheinsberger Kernkraftwerkes, als Ehrenmitglied in den Verein aufgenommen.
Jürgen Rammelt
(MAZ, 2007-06-26)

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