Ein Fest auf Schienen
Zehntes Rheinsberger Bahnhofsfest lockte zahlreiche Besucher an

RHEINSBERG. Jeder hat ja seine Hobbys. Manch einer sammelt Briefmarken, andere gehen angeln und einigen schlägt das Herz höher, wenn sie Eisenbahnen sehen. Zu letzteren gehören die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Rheinsberger Bahnhof.
Zum nunmehr zehnten Mal ließen die Freunde des Zugverkehrs jeden der wollte, an ihrer Leidenschaft teilhaben. Am Sonnabend stieg auf der Rheinsberger Station das Bahnhofsfest. Zahlreiche Besucher nutzten die Gelegenheit, einen Blick in die Welt der Gleise, Weichen und Lokomotiven zu werfen. Neben allem, was das Herz eines Eisenbahnfreundes höher schlagen lässt, konnten sich die Gäste an zahlreichen Ständen die Zeit vertreiben. Natürlich durften bei so einem Fest auch die Stände nicht fehlen, an denen Sammler ihre Modelleisenbahnen feilboten.
Keine Miniaturen, sondern lebensgroße historische Draisinen hatten die Stendal-Tangermünder Eisenbahn-Freunde mitgebracht. Mit etwas Körpereinsatz konnten die Besucher einige Hundert Meter auf den Gefährten zurücklegen. Wenige Schritte weiter demonstrierten Mitglieder der Rheinsberger Arbeitsgemeinschaft Gleissägen und -bohrer. Ein Knattern vereinte sich mit der Musik, die über dem Gelände schwebte, während das Gerät, das an einem Schienenstrang angebracht war, seine Arbeit verrichtete. Mehr Körpereinsatz verlangte einem der Gleisbohrer ab, mit dem einst die Löcher für die Nieten ins Metall gebohrt wurden. Ehemalige Gleisarbeiter bedienten das Werkzeug über eine Kurbel. "Das ist das russische Fitnessmodell" scherzte Manfred Kienel über das Gerät. Und wie lange dauert es, die Arbeit vollrichtet ist? "Ehrlich gesagt habe ich mir die Mühe noch nicht gemacht", gestand Kienel.
Viele Nummern kleiner ging es gegenüber des Bahnhofs her. In einer Halle waren gleich mehrere Haltestellen untergebracht worden -in Miniatur. Ein historisches Modell der Rheinsberger Station war ebenso detailgetreu aufgebaut worden, wie das der Lindower. Wer den absoluten Überblick über das Fest haben wollte, konnte das Geschehen von einer Hebebühne aus in luftigen 30 Metern Höhe verfolgen. Und wen Triebwagen, Lokomotiven & Co. schlicht nicht interessierten, der konnte es sich immer noch bei Musik, Speise und Getränken gut gehen lassen. So war für jeden etwas dabei.
Brian Kehnscherper
(Ruppiner Anzeiger, 2008-09-01)

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