Keine Dampflok zum Fest trotz der neuen Brücken
Oldtimer ist für die Rheinsberger zu teuer

Eigentlich hätte sie wieder fahren können: Nach mehrjähriger Zwangspause stand der Fahrt der Traditions-Dampflok aus Berlin zum heutigen Bahnhofsfest in Rheinsberg technisch nichts mehr im Wege. Die baufälligen Brücken in Lindow sind in diesem Frühjahr repariert worden und damit stabil genug, um die schweren Achslasten einer 52-er-Dampfloko-motive zu verkraften.
Dass die Dampflok dennoch nicht kommt, liegt am fehlenden Geld.
Anfang der 90er-Jahre fuhr die Dampflok aus Berlin noch an fast jedem Wochenende nach Rheinsberg - erst gratis, später für zwei D-Mark Dampfaufschlag.
Später wurde der Oldtimer nur noch vor Sonderzügen eingesetzt - zu happigen Preisen. Eine Fahrt von Berlin nach Rheinsberg kostet da für eine vierköpfige Familie schnell mal 100 Euro. Denn inzwischen wird die Dampflok nicht mehr von der Bahn betrieben, sondern vom Verein der Berliner Dampflokfreunde - und die müssen die regelmäßig geforderten Hauptuntersuchungen und Instandsetzungen im Ausbesserungswerk Meiningen (Thüringen) selbst bezahlen. Achsen, Druckkessel - das geht schnell in die Hunderttausende.
Heinz Karwath vom Rheinsberger Heimatverein hat deshalb Verständnis für die heutigen Preise. Sein Verein hatte das Geld für die Dampflok in diesem Jahr schon gesammelt, aber dann habe sich die Summe nochmals erhöht, und die Rheinsberger mussten passen.
"Vielleicht gibt es zum Bahnhofsfest im nächsten Jahr wieder eine Dampflok", sagt Heinz Karwath und tröstet: "Immerhin sind heute und morgen Fahrten mit der roten Museums-Ferkeltaxe aus Neustrelitz zum Bahnhof Stechlinsee möglich."
ck
(MAZ, 2008-08-30)

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