Verein hofft auf Zuschuss für ein Bahnsteigsdach
Beantragte Fördermittel wurden abgelehnt / Historischer Waggon leidet ungeschützt unter Witterungseinflüssen

RHEINSBERG. „Wo gibt es in Brandenburg eine U-Bahn? A: in Cottbus, B: in Frankfurt, C: nirgends oder D: in Rheinsberg? So könnte eine bislang nicht gestellte Frage bei „Wer wird Millionär?" lauten. Falls es sich um die Eine-Million-Euro-Frage handeln würde, dürften Rheinsberger, so er oder sie denn mitspielten, rasch die richtige Antwort finden. Rheinsberg hat tatsächlich eine U-Bahn. Allerdings handelt es sich - genau genommen - um einen einzigen Wagen, Baujahr 1927. Bis 1973 war er auf dem Berliner, später Westberliner Streckennetz unterwegs. Danach nutzte ihn die Mercedes-Welt am Salzufer, ein großes Autohaus, als Ausstellungsstück.
Seit ein paar Jahren steht der Waggon auf dem Gelände des Rheinsberger Bahnhofs. Der inzwischen verstorbene Rheinsberg-Mäzen Jürgen Graf hatte dafür gesorgt, dass das gute Stück in die Prinzenstadt kam. Mehrfach nutzte der frühere Rias-Moderator den Wagen für Talkrunden. Inzwischen kümmert sich die Arbeitsgemeinschaft (AG) Rheinsberger Bahnhof um den Erhalt des betagten Ausstellungsstücks.
Bereits seit längerer Zeit hat die AG die früheren Träger samt Dachkonstruktion eines Bahnsteigs vom alten Berliner Bahnhof Ostkreuz in Rheinsberg eingelagert. Sie sollen den Schienen-Oldtimer vor Witterungseinflüssen schützen. Denn er leidet unter Schnee, Regen, Hagel und Sturm. Die Farbe blättert ab. Auch der Rost frisst an dem unter freiem Himmel abgestellten Wagen.
Der stellvertretende Vorsitzende der AG, Gottfried Koch, berichtete jetzt, dass ein Fördermittelantrag für die Konstruktion abgelehnt wurde. Die Vereinsmitglieder hatten gehofft, dass es Geld aus dem Leader-Programm gibt. Doch man habe noch nicht aufgegeben, stellte Koch fest. Begründet worden sei die Ablehnung nämlich damit, dass es sich um einen völligen Neubau handelt. Der Verein geht indes davon aus, dass die alte Berliner Substanz in der Prinzenstadt nur neu aufgebaut wird. Das soll nun den zuständigen Potsdamer Ministerien mitgeteilt werden. Vielleicht gebe es dann doch den Zuschuss. Der Verein hat kein Geld übrig, allein die Planungskosten betragen 6000 Euro.
Holger Rudoph
(Ruppiner Anzeiger, 2011-08-23)


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