Presseartikel 1998
MAZ (Ruppiner Tageblatt), 3.1.1998
Dieses Jahr dampft's zehnmal
Bahnhofsverein will Traditionszüge unterstützen
Rheinsberg. Der im vergangenen Jahr gegründete Verein "Arbeitsgemeinschaft Bahnhof Rheinsberg" will sich verstärkt für die Dampflokfahrten zwischen Berlin und Rheinsberg einsetzen. Wie der Vereinsvorsitzende Volkmar Hilbert unlängst erklärte, hat sich der Verein an verschiedene Stellen der Deutschen Bahn AG gewandt und um Unterstützung geworben. "Die Chancen, daß auch in diesem Jahr wieder Dampfzüge nach Rheinsberg rollen, stehen günstig", erklärte Hilbert. Große Unterstützung gibt es vom Verein der Berliner Dampflokfreunde, die in der Vergangenheit schon mehrfach ihre Lok und das dazugehörige Personal bereitgestellt haben. Sogar über die Tage sei man sich weitgehend einig. Nach dem Ostersonntag (12. April) soll zum Hafenfest am 25. April und zu Pfingsten (31. Mai) jeweils ein Dampfzug von Berlin-Lichtenberg nach Rheinsberg verkehren. Weitere Termine sind der 28. Juni, 26. Juli, 30. August und der 27. September, an dem die Blumenbindeschau wieder geplant sei. Auch zum Töpfermarkt (11. Oktober), zum Weihnachtsmarkt am 29. November und am 13. Dezember könnte ein Zug verkehren. Allerdings gäbe es immer das Problem, daß die Dampfrosse nicht jünger werden und dadurch immer wieder kleine oder auch größere Reparaturen fällig sind. Auch wenn Waldbrandwarnstufe vier herrscht, düfte der Zug nicht mit Dampfbespannung verkehren. Die notwendigen Revisionen und Instandsetzungsarbeiten würden richtig Geld kosten. Im September hätten die Dampflokfreunde 350 000 Mark Lottomittel erhalten, die wieder Hoffnung schöpfen lassen. 20 Prozent der Reparatursumme müßten aber trotzdem privat aufgebracht werden. Mit dem Geld könnte bis zum Sommer die Lok wieder instandgesetzt werden. Zu diesem Zweck muß man das Stahlroß extra ins thüringische Meiningen bringen, wo noch Dampfloks repariert werden.
Jürgen Rammelt

MAZ (Ruppiner Tageblatt), 8.1.1998
Bahnhof als Touristentreff
Heimatverein will Rheinsberger Station betreiben
Rheinsberg. Der Rheinsberger Bahnhof soll ähnlich wie der "Bürgerbahnhof" in Neuruppin zu einem Anlaufpunkt für Touristen ausgebaut werden. Um das Projekt zu verwirklichen, wandten sich der WiR- sowie der Heimat- und Verkehrsverein im vorigen Jahr an den Landesvorsitzenden des Bahnkundenverbandes Stephan Müller, der auch der geistige Vater des Bürgerbahnhofs ist. Dieser hat jetzt für die Rheinsberger ein Konzept erarbeitet, das möglichst schnell in die Tat umgesetzt werden soll. Wie Volkmar Hilbert vom Verein Rheinsberger Bahnhof unlängst berichtete, unterstützt auch der Geschäftsbereich Traktion der Deutschen Bahn AG das Vorhaben. Es ist vorgesehen, daß die Mitarbeiter des Heimat- und des Verkehrsvereins "Rheinsberger Seenkette" von der Obermühle in das Bahnhofsgebäude ziehen, wo sie auch touristische Leistungen anbieten werden. Wie Hilbert erklärt, wird es dort dann auch wieder Fahrkarten zu kaufen geben. Ob es das Komplettprogramm an Fahrscheinen gibt, steht noch nicht fest. Wie Hilbert deutlich machte, hängt das von der Technik ab, die installiert wird. Bereits im Vorjahr wurde der Bahnhof umfassend saniert. Er erhielt ein neues Dach und neue Fenster. Weitere Umbauten an der Raumstruktur werden notwendig, wenn es dort Fahrkarten zu kaufen geben soll. Unterstützt wird das Vorhaben auch vom Verein "Rheinsberger Bahnhof". Im Jahre 1999, wenn das 100. Jubiläum des Bahnhofs gefeiert wird, soll es dort auch einen Fahrradverleih, eine Wanderherberge und einige Ferienappartements geben.
Jürgen Rammelt

MAZ (Ruppiner Tageblatt), 12.5.1998
Bahnhofsverein gemeinnützig
Rheinsberger jetzt mit Logo und Festplänen für 1999
Rheinsberg (MAZ). Ihre Anerkennung als gemeinnütziger Verein hat die Arbeitsgemeinschaft Rheinsberger Bahnhof e. V.: Während der jüngsten Vorstandssitzung konnte Volkmar Hilbert als Vorsitzender die vollzogene Eintragung ins Vereinsregister bekanntgeben. "Aus der Gemeinnützigkeit ergibt sich eine Steuerbefreiung durch das Finanzamt", so Hilbert. Jetzt können sich die Eisenbahnerfreunde voll und ganz auf das große Jubiläum im kommenden Jahr konzentrieren: Am 15. und 16. Mai 1999 will der nun registrierte Verein den 100. Geburtstag des Rheinsberger Bahnhofs feiern. Dazu wolle der Verein ein großes Bahnhofsfest auf die Beine stellen, erklärt Hilbert.
Ebenfalls beschlossen hat der Vorstand das neue Logo der Arbeitsgemeinschaft: Neben einer stilisierten Dampflok (Symbol für die regelmäßig organisierten Traditionszüge nach Rheinsberg) sind Bahnhofsgebäude und Lok-Schuppen abgebildet. Der Lok-Schuppen gehört ebenfalls zum Konzept der Eisenbahnfreunde: "Über die Zukunft wurde diskutiert", so Volkmar Hilbert. Dabei denke man erster Linie an eine museale Nutzung des alten Gebäudes.

MAZ (Ruppiner Tageblatt), 25.7.1998
Eigenkapital notwendig
Rheinsberg (MAZ). 14 000 Mark Eigenkapital benötigt die AG Rheinsberger Bahnhof, um ihre Pläne realisieren zu können. In Vorbereitung des 100jährigen Jubiläums im kommenden Jahr soll der Bahnhof zu einem Tourismuszentrum mit Fahrkartenverkauf und Fahrradverleih ausgebaut werden. Wie auf der vergangenen Beratung des Wirtschaftsfördervereins "WiR" erklärt wurde, hat Vereinsmitglied Jürgen Graf bisher 4000 Mark für den Umbau gesponsert. "Um die vom Land avisierten Fördermittel zu bekommen, ist das Geld notwendig", erklärte Vorsitzender Christian Carstens. Weitere 4000 Mark wurden auf der Sitzung übergeben, so daß inzwischen 8000 Mark gespendet sind.

MAZ (Ruppiner Tageblatt), 20.11.1998
Land fördert Bahnhofsprojekt
84 700 Mark für Ausbau des Rheinsberger "TourismusBahnhofs"
Rheinsberg. Der Rheinsberger Heimatverein hat in dieser Woche einen Bewilligungsbescheid über 84 700 Mark erhalten. Mit dem Geld soll der Rheinsberger Bahnhof zu einem touristischen Anlaufpunkt ausgebaut werden. Jedoch ist Eile geboten: Im Mai wird der Bahnhof 100 Jahre alt. Bis zu diesem Zeitpunkt soll der erste Bauabschnitt abgeschlossen sein. Die Idee, den Bahnhof wiederzubeleben, geht auf den Wirtschaftsförderverein "WiR" und die in diesen Verein integrierten "Rheinsberger Eisenbahnfreunde" zurück. Nachdem vor Jahren die Fahrkartenausgabe geschlossen wurde, gab es immer wieder Überlegungen, diesen wichtigen Service erneut im Bahnhofsgebäude anzubieten. Allerdings hatte die Deutsche Bahn AG dies aus Kostengründen mehrfach abgelehnt.
So entstand vor allem beim Vorsitzenden der Eisenbahnfreunde Volkmar Hilbert und beim WiR-Vorsitzenden Christian Carsten sen. die Idee, über einen Verein das Bahnhofsgebäude neu zu beleben. Angespornt durch die regelmäßigen Dampflokfahrten und im Wissen, daß der Bahnhof 1999 sein 100. Jubiläum hat, wurde aus der Idee ein Projekt entwickelt.
Nachdem man sich im vergangenen Jahr von einem Fachmann ein schlüssiges Konzept hatte erarbeiten lassen, stellte der Rheinsberger Heimatverein beim Land einen Förderantrag. Bereits in dieser Woche fanden erste Gespräche statt, wie das Projekt in die Tat umgesetzt werden kann. Viel Zeit bleibt dem Vorsitzenden des Heimatvereins Wolfgang Schwartz nicht, denn als Eröffnungstermin steht der 23. Mai 1999 bereits fest.
Als erste Ausbaustufe ist vorgesehen, daß im Erdgeschoß des Bahnhofsgebäudes ein Aufenthaltsraum entsteht, wo sich Touristen und Gäste der Stadt, aber auch die Rheinsberger über touristische und kulturelle Angebote in der Region informieren können. Hier soll es später auch Fahrkarten geben. Der Durchgang von den Bahnsteigen durch das Haus auf den Bahnhofsvorplatz soll während der Öffnungszeiten wieder möglich sein. Vorgesehen ist ebenfalls, daß der Heimat- und der Verkehrsverein ihre Büros von der Obermühle in das Bahnhofsgebäude verlegen. Im ehemaligen Güterschuppen ist bis zum Saisonbeginn 1999 die Einrichtung eines Fahrradverleihs geplant. Die bisherige Tourist-Information im Kavalierhaus soll weiterhin im Stadtzentrum angesiedelt bleiben. Wie Schwartz berichtet, wurde in dieser Woche ebenfalls eine AB-Maßnahme bewilligt, die sich mit der Vorbereitung des Bahnhofsfestes beschäftigen soll. So sei an eine Chronik über die Geschichte des Bahnhofs und über eine Ausstellung aus Anlaß des Jubiläums gedacht. Das für die Maßnahme notwendige Eigenkapital, rund 28 000 Mark, steuern je zur Hälfte der WiR- und der Heimatverein bei. Wie Christian Carstens berichtet, hat auch hierbei Jürgen Graf geholfen, einen Teil des Geldes zu beschaffen. Der Heimatverein will seinen Anteil durch Sachleistungen aufbringen. Im Zusammenhang mit, dem touristischen Bahnhofsausbau hat die Stadt Fördermittel für die Neugestaltung des Bahnhofvorplatzes angeboten bekommen. Weil jedoch die Eigenmittel fehlen, muß die Kommune darauf verzichten.
Jürgen Rammelt